Das Buch

Auf dieser Seite finden Sie:
- die Kapitelübersicht
- das Intro (erstes Kapitel)
- das Buch zum Download als PDF.

Kapitelübersicht

  1. Intro
    Ich trete ein
    ... in das Bewusstsein des Lesers und lege dar, was nun kommt.
     
  2. Progressus Capiens
    Eine faszinierende Entwicklung
    ... von 1945 bis zur heutigen EU.
     
  3. Numen Humanum
    Was die Menschen wirklich wollen
    ... ist etwas anderes, als man meinen möchte. Die wahren Grundbedürfnisse und Triebferdern der heutigen Menschheit.
     
  4. Europa Präsentaria
    Das heutige Europa
    ... hat Grund, stolz zu ein und darf sich weiter entwickeln. Die heutige EU und Europa außerhalb der EU.
     
  5. Europa Reinventa
    Das neu erfundene Europa
    ... ist ganz anders als die EU und entspricht dem numen humanum. Die Grundprinzipien und der Aufbau des politischen Systems.
     
  6. Potestas Magna
    Die Großen Machbereiche
    ... entziehen sich dem politischen Einfluss der Staaten und der EU, wirken aber direkt auf das Leben jedes Menschen. Oh, wie undemokratisch!
     
  7. Res Communes
    Gemeinsame Angelegenheiten im ER
    ... sind ganz anders als die gemeinsamen Politiken in der EU. Und enorm wirkungsvoll!
     
  8. Institutiones
    Organe und andere Einrichtungen
    ... sind auch ein bisschen anders. Muss ja wohl so sein.
     
  9. Constitutio Europaea
    Die Verfassung des Europa Reinventa
    ... ist auf jeden Fall kürzer und einfacher als Die Verträge der EU.
     
  10. Europa Renata
    Europa ist neu geboren
    ... und stellt sich vor.

 

I   Intro

Ich trete ein

Die größten Dinge kommen überraschend.

 

Ich habe begonnen, dieses Buch zu schreiben, wenige Tage nach der Abstimmung in UK1 über den Verbleib in der EU. Dennoch ist das Buch keine Antwort auf diese Abstimmung, es ist auch keine Antwort auf die wachsende Unzufriedenheit mit der EU in einigen Ländern. Um all diese Dinge habe ich mich nie gekümmert, ich stand und stehe diesen Erscheinungen emotionslos gegenüber.

Das Buch kam einfach zu mir. Ich saß an einem schönen Morgen in einem lauschigen Park und dachte an ganz andere Dinge. Plötzlich stand dieses Buch da und breitete sich in mir aus, bis es schließlich binnen weniger Minuten fertig war. Verbunden mit dem dringenden Bedürfnis, es sofort schreiben zu müssen.

Das ist die Art, wie bei mir die Dinge funktionieren. Ob ich Bücher schreibe oder irgendwelche anderen Projekte in Angriff nehme – einfach alles. Und dann ist da diese Koinzidenz, dass dieses Thema gerade brandaktuell ist …

Abgesehen von meinem Leben und dem, was ich tun möchte, ist mein Fokus nicht primär die EU, sondern die Welt, die Menschheit als Ganzes, der Planet Erde. Ich sehe mir an, welche treibenden Kräfte hier wirken, welche Dynamiken entstehen, wie es den Menschen damit geht und was sie eigentlich wollen. Und das ist interessanter Weise über die Kontinente und Länder gar nicht so unterschiedlich, wie man meinen möchte. Der kulturelle Hintergrund ist anders und damit das, was sich Menschen trauen und was sie erwarten. Religionen machen viel weniger Unterschied, als sich das manche Politiker und Demagogen wünschen, um sie für ihre Zwecke zu instrumentalisieren.

Erst in zweiter Linie sind Europa und Österreich, das Land, in dem ich lebe, mein Fokus. Aber Europa ist nicht nur sehr interessant, sondern richtig spannend, in jeder Hinsicht. Demokratien, wie sie heute weltweit gelebt und praktiziert werden, sind eine europäische Erfindung. Ebenso die Rechtssysteme, sie gehen im Grunde noch immer auf das Römische Reich zurück. Die Idee der Menschenrechte ist eine europäische Erfindung, ebenso das heutige, weltweite Geldsystem, das vor ca. 500 Jahren in Italien entwickelt wurde. Die meisten technischen Erfindungen wurden in Europa bzw. von Europäern gemacht. Die Idee des Sozialstaates wurde in Europa geboren und entwickelt, und nach wie vor gibt es ihn in dieser umfassenden Ausprägung nur hier. Gemessen an der geographischen Größe Europas ist die kulturelle Vielfalt enorm und einzigartig. Und ebenso gemessen an seiner Größe ist der Einfluss des kleinen Europas auf den ganzen, großen Rest der Welt gigantisch. Das ist ein Punkt, dessen sich die Menschen hier über alle Stände hinweg am wenigsten bewusst sind. Sie schauen gerne nur auf den wirtschaftlichen Einfluss, der nach ihren Wünschen größer sein sollte, nicht aber auf den politischen, kulturellen Einfluss, den Einfluss des europäischen Bewusstseins. Was Europa tut, ist nicht egal, es hat einen sehr großen Einfluss auf den gesamten Planeten. Wenn zB in Europa wieder Krieg ausbrechen würde, wäre das ein Freibrief für die ganze Welt, dasselbe zu tun, ohne dass ein europäisches Land Krieg gegen ein Land eines anderen Kontinents führen würde. USA hin oder her, sie könnten dieses Treiben nicht verhindern.

Bei aller Vielfalt gibt es also eine europäische Homogenität, die man besser erkennt, wenn man ein paar Schritte zurück tritt und sich diesen schönen und spannenden Kontinent aus einer gewissen Distanz anschaut. Genau das habe ich über viele Jahre gemacht und konnte dadurch das Wesentliche besser erkennen als die Menschen, die ständig in irgendeinem Tagesgeschehen drin stecken und/oder persönliche Interessen verfolgen.

Wie Sie noch sehen bzw. lesen werden, schlage ich in meinem Buch sehr, sehr grundsätzliche und weit reichende Veränderungen für die EU vor. Mir ist aber wichtig, festzustellen, dass dieses Buch kein glühender EU-Gegner und Befürworter eines Austritts schreibt, ich bediene keine Anti-EU-Klientell. Ganz im Gegenteil. Solange ich mich erinnern kann, war ich ein Befürworter der EU und der europäischen Idee. Ich schlage aber auch keine Reform der EU vor, ich halte generell wenig von Reformen. Was ich zeigen werde, ist eben eine neu erfundene EU, ein neu erfundenes Europa. Ich tue das aus meiner distanzierten Sicht, ohne Emotionen, ohne persönliches Interesse, mit dem Blick auf das Wesentliche und Sinnvolle.

Insofern ist es dann doch auch ein Buch für EU-Gegner, weil ich den größten Teil ihrer Motive kenne, weil ich sie verstehe und sehe, dass sie sich auch in kleinen Ausschnitten des Tagesgeschehens verstricken und weil ihnen mein Vorschlag für das neu erfundene Europa den Wind aus den Segeln nimmt. Die großen Brocken der Unzufriedenheit gibt es dann ganz einfach nicht mehr.

 

Um die große Idee und das große Projekt EU sehen und erkennen zu können, zeige ich ihre Entwicklung auf. So haben Kritiker eine bessere Chance zu verstehen, warum Dinge sind, wie sie sind. Diese Entwicklung flößt aber auch einen gewissen Respekt ein, denn einzelne Leistungen waren schon enorm.

Doch Entwicklung hin oder her, heute ist heute. Ist denn das, was bisher gemacht wurde, heute noch angemessen? Ist es im Sinne der Menschen, um die es letztlich gehen muss? Um diese Frage zu beantworten, gehe ich darauf ein, was die Menschheit ganz allgemein heute wirklich will. Wobei die Prioritäten von Europäern etwas andere sind als die von Chinesen oder Arabern. Der Unterschied liegt aber nur in den Prioritäten, nicht im grundsätzlichen Wollen und Streben.

Im nächsten Schritt stelle ich den Kontext zum Europa Reinventa her, indem ich die gegenwärtige EU vorstelle. Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung weiß sehr wenig über die EU, sie wird einfach nicht informiert. Ich bin mir sicher, dass die meisten Leser überrascht sein werden zu erfahren, wie das, was ihr Leben stärker bestimmt als ihre nationale Regierung, wirklich aufgebaut ist und funktioniert. Die Überraschung könnte leicht eine positive sein.

Vor diesem Hintergrund zeichnet sich der Kontrast zum Europa Reinventa deutlich ab. Die Kenntnis der EU ist notwendig, um den fundamentalen Unterschied zum neu erfundenen Europa erkennen zu können. Sie werden sehen, dass Europa Reinventa keine reformierte EU, sondern einfach etwas ganz anderes ist. Sie werden die gänzlich neuen Sichtweisen kennen lernen, nach denen Europa Reinventa aufgebaut ist und Politik macht. Sie werden höchst wahrscheinlich bemerken, dass sich in Ihnen etwas Widerstand regt, den neuen Sichtweisen zu folgen. Sie werden möglicher Weise an den althergebrachten Strukturen festhalten wollen. Sie werden aber auch spüren, dass die vorgestellten Strukturen und Sichtweisen in direkter Linie mit dem verbunden sind, was die Menschen heute wirklich wollen.

Im heutigen Europa und in den meisten Teilen der heutigen Welt gibt es Bereiche, die außerhalb der politischen Einflussnahme stehen. Damit stehen sie außerhalb der Einflussnahme der Menschen, weil sie nicht über die demokratischen Instrumente auf diese Bereiche einwirken können. Es ist sogar so, dass diese Blöcke große Macht über die Politik haben. Politiker sind über weite Strecken einfach nur Marionetten von Machtblöcken, die sich direkt negativ auf das Leben der Menschen auswirken. Ich werde die Wirkungsweise von Konzernen, Finanzwirtschaft, Massenmedien und weiteren Machtbereichen aufzeigen. Auch hier werden Sie einige Überraschungen erleben. Und Sie werden sich hoffentlich fragen, warum um alles in der Welt die Politiker das alles zulassen. Sie werden sehen, wie unmöglich es ist, die menschlichen Grundbedürfnisse unter solchen Umständen zu decken.

Nun ist es an der Zeit vorzustellen, welche Politik Europa Reinventa konkret macht, welche Schwerpunkte es setzt und wie es diese Politik macht. Ich kann Ihnen jetzt schon verraten: es ist alles ganz einfach. Und es ist natürlich ganz anders. Wieder kommen diese ungewohnten Sichtweisen. Europa Reinventa arbeitet nicht mit dem Vorschlaghammer, strengen Vorschriften und umfangreichen Gesetzen. Es ist eher das genaue Gegenteil der Fall. Es könnte leicht sein, dass Sie feststellen, welchen Spaß und welche Freude es macht, an dieser Politik mitzuwirken und teilzuhaben. Politikverdrossenheit könnte leicht der Vergangenheit angehören. Was definitiv der Vergangenheit angehört, ist die hartnäckig zelebrierte Missachtung der menschlichen Grundbedürfnisse.

Wie jede politische Organisation braucht das neu erfundene Europa natürlich ein institutionelles Gefüge. Es braucht eine Gesetzgebung, eine Verwaltung, Gerichte, Kontrolleinrichtungen und so weiter. In Kapitel VIII lernen Sie alle Organe und sonstigen Institutionen kennen. Wenn Sie dann noch Kapitel IV im Kopf haben, sehen Sie die deutlichen Unterschiede zur EU. Diese Unterschiede könnten schwer verdaulich für die heutigen Regierungen sein. Umso bekömmlicher sind sie für die Bürger Europas.

Jetzt ist es so weit, alle neuen Ideen, Strukturen, Sichtweisen, Politiken und Institutionen in einen Verfassungsrahmen, in ein Grundgesetz zu gießen. Alles erhält eine rechtliche Form. Dieser Rahmen orientiert sich – wie könnte es anders sein – am Menschen und seinen Grundbedürfnissen. Echte Demokratie, Transparenz, einfache Übersichtlichkeit, wirksame politische Hebel und wirtschaftlicher Wohlstand ersetzen bürgerliche Ohnmacht, kompliziertes Wirrwarr, zahn- und farblose Politik und wachsende Armut.

Das letzte Kapitel zeigt schließlich, wie das Leben in dem neu geborenen Europa aussieht. Wie einfach, erfüllt und reich an Möglichkeiten Leben sein kann, wie es sein sollte. Man muss nur eine etwas andere Politik machen, die starre Begrenzungen wegnimmt und das Leben sich entfalten lässt.

 


1Abk. für United Kingdom = Vereinigtes Königreich von Großbritannien (bestehend aus England, Schottland und Wales) und Nordirland. International gebräuchliche Abkürzung für diesen Staat.